Literatur und Theater – ein Schulversuch

Seit dem Schuljahr 2007/08 findet an ausgewählten allgemeinbildenden Gymnasien in Baden- Württemberg der Schulversuch „Literatur und Theater“ statt. Es handelt sich um ein neues Wahlfach für die Kursstufe, das 4 Halbjahre mit jeweils zwei Wochenstunden umfasst.

Das Pfarrwiesengymnasium ist seit 2008 Modellschule für „Theater und Literatur“. In Baden-Württemberg gab es zu diesem Zeitpunkt ca. 80 ausgewählte Modellschulen. Seit 2009 besteht die Möglichkeit Literatur und Theater als mündliches Prüfungsfach im Abitur zu wählen. Ein sehr großer Erfolg auf dem Weg Theater in der Schule zu etablieren. Nach derzeitiger Planung soll Literatur und Theater ab dem Schuljahr 2011/2012 in die Regelphase überführt werden, durch die Aufnahme in die Abiturverordnung (NGVO).

Theater und Literatur
Warum aber sollte Theater diesen Stellenwert erhalten?
„Im Theater wird erlebte und imaginierte Wirklichkeit nachgestaltet, vorweggenommen und neue Wirklichkeit entworfen. Die Verbindung von Wahrnehmung, Erfahren, Gestalten und Reflektieren leistet einen wesentlichen Betrag dazu, dass Schüler und Schülerinnen ein eigenes Verhältnis zur Welt entwickeln und die Weltsicht anderer erfahren und verstehen können. „ (aus: Leitgedanken zum Kompetenzerwerb)
Die Rückmeldungen der am Schulversuch teilnehmenden Schulen ist überwiegend positiv.
Dies kann ich für das Gymnasium in den Pfarrwiesen nur bestätigen. Die Schüler und Schülerinnen sind mit großer Freude und Leistungsbereitschaft bei der Sache und die erarbeiteten Projekte weisen ein hohes Niveau auf .

Wahlfach
Die wesentlichen Stärken des Wahlfaches sehen die unterrichtenden Kollegen und Kolleginnen z.B. in folgenden Punkten:

  • Stärkung der Teamfähigkeit, Selbstbewusstsein, Kreativität
  • Anregung selbstständigen und eigenverantwortlichen Denkens
  • Neue Zugänge zur Literatur, Literaturverständnis
  • Offene Unterrichtsformen
  • Handlungsorientiertes Arbeiten mit literarischen Texten und einer tiefgehenden Interpretationsarbeit
  • Projektorientiertes Lernen
  • Stärkung der Kritikfähigkeit und Selbstkritik
  • Bereichung des Schullebens durch z.B. kleine Aufführungen

Ines Kreutter, Theaterpädagogin BuT