Was im Rahmen der Karate-AG am GiPS begonnen hatte, führte zwei Schüler bis auf die internationale Prüfungsbühne nach Italien: Leandro Paz Graßl (16, Bild: links) und Florian Watzke (14, Bild: Mitte) haben erfolgreich die Prüfung zum 1. Dan (Schwarzgurt) im Kobudo bestanden. Besonders bemerkenswert: Damit sind die beiden mit die jüngsten Schwarzgurtträger im Kobudo in Europa. Kobudo ist eine traditionelle japanische Kampfkunst aus Okinawa und gilt als Ergänzung zum Karate durch den Umgang mit klassischen Waffen wie z. B. dem Bo (Langstock), den Sai, den Tonfas oder dem Nunchaku. Anders als häufig vermutet, geht es dabei nicht um spektakuläre Vorführungen, sondern um höchste Präzision, Körperbeherrschung, Konzentration, Disziplin und Respekt. Bis zum Schwarzgurt sind viele Jahre intensiven Trainings erforderlich.
Ausgebildet wurden die beiden Jugendlichen von Georg Groß (Bild: rechts), Lehrer am GiPS und gleichzeitig Sensei im KBK Renningen e.V. Dort unterrichtet er Karate und Kobudo. Kennengelernt haben sich Leandro und Florian in der Karate-AG der Schule. Während Leandro damals die sechste Klasse besuchte, kam Florian als Fünftklässler zur AG. Im Dezember 2022 entschieden sich beide, zusätzlich im Verein zu trainieren. Bereits einen Monat später nahmen sie neben dem regelmäßigen Karatetraining zweimal pro Woche auch am Kobudo-Unterricht teil. Es folgten dreieinhalb Jahre mit unermüdlichem Einsatz, großem Trainingsfleiß und außergewöhnlicher Disziplin. Neben den regulären Trainingseinheiten investierten die beiden einen Großteil ihrer Freizeit in ihren Sport. Zusätzliche gemeinsame Trainingseinheiten nach der Schule und an Wochenenden gehörten ebenso dazu wie das Trainingslager am Schluchsee und Workshops in Landsberg am Lech und im italienischen Bussolengo.
Beeindruckend war dabei nicht nur ihre sportliche Entwicklung. Trotz der Doppelrolle von Georg Groß als Lehrer und Sensei gelang es allen Beteiligten, Schule und Dojo, die Trainingsstätte, konsequent zu trennen. Im Unterricht waren Leandro und Florian seine Schüler, im Dojo seine Budoka – geprägt von gegenseitigem Respekt und Vertrauen. Der Höhepunkt ihrer bisherigen Laufbahn war die Reise nach Bussolengo bei Verona vom 26. bis 28. Juni 2026. Dort stellten sie sich am 27. Juni einem hochkarätig besetzten internationalen Prüfungskomitee und bestanden erfolgreich die anspruchsvolle Prüfung zum 1. Dan im Kobudo.
Für beide ist der Schwarzgurt kein Abschluss, sondern der Beginn eines neuen Weges in der traditionellen Kampfkunst. Ihr Erfolg zeigt eindrucksvoll, was mit Ausdauer, Disziplin und Leidenschaft möglich ist – und macht sie zu besonderen Botschaftern ihrer Schule und ihres Vereins.

