Discover Industry- Zukunft zum Anfassen am GiPS

Ein riesiger knallig bunter Truck im Schulhof des GiPS? Das sieht nach einer Werbeveranstaltung aus und tatsächlich warben die beiden Coaches in diesem fahrenden Klassenzimmer in verschiedenen Workshops bei den Schülerinnen und Schülern für die MINT-Berufe.
„DISCOVER INDUSTRY- Chancen, Berufe, Zukunft“, so das Motto des rollenden Lernortes, der seit 2018 Preisträger der Auszeichnung „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ Ist. Im Rahmen des erfolgreichen Programms COACHING4FUTURE besucht er als gemeinsames Angebot der Baden-Württemberg Stiftung, des Arbeitgeberverbands Südwestmetall und der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit weiterführende Schulen und begeistert Jugendliche für MINT-Berufe.
Die industrielle Produktion ist geprägt durch Revolutionen. Nach der Mechanisierung, der Massenproduktion und der Automatisierung führt der Einzug des Internets der Dinge in die Fertigung zur vierten Revolution „Industrie 4.0“. Dafür suchen Unternehmen auch in Zukunft nach Experten aus den MINT-Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, die den Fortschritt industrieller Produktentstehungsprozesse begleiten. Besonders das Know-how aus dem Ingenieurwesen und der Informatik spielt dabei eine entscheidende Rolle. In nahezu allen Wirtschaftszweigen sind diese Fachleute gefragte Mitarbeiter und Motoren für Innovationen.
Weil Jugendliche oft keine Vorstellung von Produktentstehungsprozessen oder auch den beruflichen Perspektiven in der Industrie haben, lernen die Schülerinnen und Schüler diese im doppelstöckigen Ausstellungsfahrzeug kennen. Sie erfahren im Truck, begleitet von den Coaches Arion Tomaras und Dr. Domenic Kratzer, wie sich die Industrie von der Mechanisierung und Massenproduktion über die Automatisierung bis hin zum Einzug des Internets der Dinge in die Fertigung entwickelt hat. Im Anschluss begeben sich die Jugendlichen selbst an verschiedenen Arbeitsstationen in die Rolle von Ingenieurinnen und Informatikern. Mit einem 3D-Scanner übertragen sie beispielsweise einen Prototyp in ein Computermodell oder lenken einen Roboterarm mittels einer exakten Koordinateneingabe. An einer intelligenten Produktionsanlage können die Klassen ihr Produkt konfigurieren und lernen, wie in einer Smart Factory Maschinen miteinander interagieren, damit der Kunde ein individuelles Produkt erhält. Im Obergeschoss folgen vertiefende Workshops mit Aufgaben zur Bionik und Konstruktion, bei denen die Mädchen und Jungen ihr Wissen aus den MINTFächern einbringen können. „Super spannend“, „Das macht Lust auf Ingenieurberufe“ und „Jetzt weiß ich, was ich später mal machen will.“- so einige der Reaktionen der Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse des Pfarrwiesengymnasium nach ihrem Bionik-Workshop. Der Truck verlässt nach drei Tagen die Sindelfinger Schule, die Schülerinnen und Schüler haben aber sicher einige Inspirationen für ihre eigene Zukunft erhalten.
Christian Sommer